Game of Thrones (S1E6): The Ice Dragon – Blutfehde und Eisenholz

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Nach über einem Jahr gelangt mit Episode 6: The Ice Dragon nun auch die erste Telltale Game of Thrones Staffel zum Abschluss. Ob es sich dabei um ein fulminantes Finale oder ein tragisches Ende mit Schrecken handelt, lest ihr in der Review.

Achtung: Dieser Artikel enthält gegebenenfalls Spoiler zur HBO Serie Game of Thrones sowie der Adventure Spielreihe Game of Thrones von Telltale. Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Was haben wir mit Familie Forrester gelitten? Egal ob Ethan der jüngste Lord des Hauses mit dem wir durch verzwickte Entscheidungen gegangen sind, Rodrik in dessen Person wir uns von den verfeindeten Whitehills einiges an Demütigungen gefallen lassen mussten oder Mira die in Kings Landing um die Gunst der Krone bzw. Verbündeter intrigiert, am Ende scheint unser Handeln dennoch wenig Einfluss auf das Schicksal der Familie aus dem Norden gehabt zu haben.

Denn egal welche Wege wir eingeschlagen haben oder mit wem wir uns gut bzw. mit wem wir uns schlecht gestellt haben oder wer am Ende noch lebt, die Auswirkung sind in der Finalepisode 6 The Ice Dragon kaum spürbar und führen immer zum selben Ende mit winzigen Abweichungen.

Der Winter naht

Dennoch wer Telltale und ihre Werke nicht kennt, hier die Kurzzusammenfassung: Game of Thrones – A Telltale Series ist ein 3D Point’n’Klick Adventure, dass sehr von seiner Story, seinen Charakteren und der daraus entstehenden Atmosphäre lebt.

Von Zeit zu Zeit beschreiten wir Quick-Time Events, treffen Entscheidungen, erkunden kleinere freie Gebiete und führen eine Menge Dialoge. Präsentiert wird das Ganze mit wunderschön gezeichneten Szenerien in einem seichten Pastellgemälde Look.

Wer also Mac, PC, Xbox360, Xbox One, PS3, PS4, Android oder iOS System besitzt kann sich in den Bann der spannenden Erzählung ziehen lassen.

Außerdem springt das Spiel zwischen verschiedenen Locations, wie dem verschneiten Norden jenseits der Mauer oder der mediterranen Hauptstadt Westeros hin und her, was optisch für nette Abwechslung sorgt.

Wächter des Nordens

Zum Inhalt lässt sich diesmal wenig sagen, da man einiges an Informationen leicht verraten würde. Doch wer die Teile bis hier gezockt hat, wird vor dem Finale wahrscheinlich auch keinen Halt machen. Grob kann man die Story daher damit zusammenfassen: Man bekommt nicht was man sich wünscht!

Die gesamte Folge ist zwar erneut eine hervorragende emotionale Wasserrutschenfahrt, die viel mit Hoffnungen spielt, ein paar unerwartete Momente zu bieten hat und bis zum Ende konsequent bleibt.

Dennoch sitzt man nach dem coolen Abspann, in dem einige der Hauptcharaktere aus der HBO-Serie ihre Erlebnisse und Eindrücke mit den verschiedenen Forrestern preisgeben, unbefriedigt und etwas Enttäuscht vor dem Monitor.

Dies sollte man aber keineswegs als schlimm missverstehen, denn auch die letzte Episode von Telltales Adventure Reihe ist ihrer TV-Vorlage sehr nah auf den Fersen und diese ist nun mal eine Drama Serie.

Der Norden vergisst nicht!

Viel nerviger ist das die Quicktimeevent-Button-Abfrage neuerdings offenbar keine Rolle mehr zu spielen scheint. In vielen actionreicheren Situationen werden uns zwar Knöpfe zum Drücken angezeigt, jedoch ist es egal ob wir sie rechtzeitig gedrückt haben oder nicht, denn die Aktion wird trotzdem als richtig anerkannt.

Game of Thrones: A Telltale Games Series – Season Finale Trailer

Hinzu kommen die typsichen Ruckler, spätes Nachladen und ein paar Grafikbugs die auch in der letzten Folge von Telltales Game of Thrones Serie offenbar nicht ausgemerzt werden konnten. Schade.

Fazit
Game of Thrones: The Ice Dragon ist ein merkwürdiger Abschluss. Hat man schon mal ein Telltale Adventure gespielt, weiß man das in der letzten Episode meistens nochmal ordentlich was aufgefahren wird, storytechnisch wie gameplaymäßig. Daraus entstehen dann einem Finale besonders atmosphärische Momente die im Kopf hängen bleiben. „See ya Around“ oder die Konfrontation mit Bloody Mary von The Wolf Among Us und die Szene zwischen Clementine und Lee vor dem Abspann in The Walking Dead Season 1 sind gute Beispiele. In Game of Thrones: The Ice Dragon gibt es in den 2 Stunden Spielzeit zwar auch einige spektakuläre Augenblicke, aber keiner will so recht als großartig in der Erinnerung hängen bleiben. Warum? Vielleicht weil sich viele Abläufe in der Handlung über die Staffel hinweg zu oft wiederholen? Zum Beispiel ist die halbe letzte Episode um eine weitere direkte Konfrontation zwischen den Forrestern und den Whitehills gestrickt. Das haben wir aber in jeder (!) Episode davor bereits gehabt und es ist immer gleich geendet. Daher genügt es im Finale nicht mehr so recht als Motivator. Geht Telltales – Game of Thrones zum Schluss also die Puste aus und es ist Ideenlos und langweilig? Nein, denn wenn man es nicht mit den anderen Adventurespielen, sondern mit dem Vorbild der TV-Serie vergleicht erfüllt es die Erwartungen sehr gut! Denn nach jeder Staffel von HBOs Original sitzt man ebenso leer und leicht verzweifelt vor der Mattscheibe und wünscht sich eine weitere Staffel, in der hoffentlich die Geschehnisse wieder gewendet werden. Genauso ist es bei The Ice Dragon! Denn das Ende von Telltales Reihe lässt viele Fragen unbeantwortet, wirft einige neue auf und schlägt dadurch eine Richtung ein, bei der man sich wünscht zu erfahren wie es weitergeht. Hoffentlich gibt es eine Zweite Staffel. Denn die erste ist für Game of Thrones Fans bis zum Ende auf jeden Fall einen Blick wert!

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Totte

Videospiele sind einzigartige soziale und kulturelle Interaktionsmöglichkeiten. Daher hab ich seit den 90ern alles gezockt was ich in die Hände bekam. Egal ob GameBoy, PlayStation, PC, Xbox One. Kreativität, Fantasie und Spielspass bevorzugen keine bestimmte Konsole und lassen sich in allen Genres finden.

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