Tales form the Borderlands – Space Sitcom

Tales from the Borderlans

Irgendwo zwischen Star Wars, Guardians of the Galaxy und Mad Max erleben wir in der Sci-Fi Spinoff Reihe Tales from the Boarderlands von Telltale ein paar echte Überraschungen.

In der Rolle von Rhys, einem selbstverliebtem Hyperion Angestellten der auf einen raschen Aufstieg innerhalb des galaktischen Großkonzerns hofft, wird uns nämlich gleich zu Beginn des Spektakels einiges klar. Denn während der ersten Stunde im Spiel stoßen wir auf neue Spielmechaniken, eine Menge Witz und ordentlich Action.

Und um das Fazit gleich mal vorwegzunehmen, Tales from the Borderlands ist nicht die übliche in den letzten Jahren von Telltale servierte schwere Point’n’Click Adventure Kost voller ethischer und moralischer Entscheidungen, die noch lange nach deren Absolvierung an unseren Seelen nagen. Sondern eine herrlich leichte und trotzdem spannende Sci-Fi Mär im Borderlands Universum.

Rahmen

Natürlich hat sich an dem Gameplay nicht ganz so viel geändert. So steuern wir unsere Helden auf Xbox One, Xbox 360, PS4, PS3, PC, Mac, iOS oder Android immer noch aus der 3rd Person Perspektive in fünf Episoden durch nett inszenierte und abwechslungsreiche Szenerien. Dabei wird gesammelt, geredet, erkundet und Quicktime Events absolviert sowie Entscheidungen getroffen, die diesmal nicht ganz so dramatisch folgenreich sind. Natürlich darf am Ende jeder Episode auch das Statistik Board nicht fehlen. Neu sind diesmal die unterschiedlichen Fähigkeiten die unsere Helden mitbringen.

Unsere Helden? Ganz recht, denn im Gegensatz zu The Wolf Among Us oder The Walking Dead und ähnlich zu Game of Thrones steuern wir das gesamte Abenteuer aus zwei Perspektiven. Zum einen aus der Sicht vom bereits erwähnten Rhys, der mithilfe seines Cyberauges (Echo Eye) die Umgebung nach nützlichen Informationen scannen kann. Zum anderen übernehmen wir die Rolle der Kleingaunerin Fiona, die mithilfe ihrer Langfingerfertigkeiten im Laufe des Abenteuers eine gewisse Finanzkraft anhäufen kann, die wir zu unseren Gunsten nutzen.

Handlung

Die Geschichte um einen gescheiterten Deal zwischen den beiden oben erwähnten Figuren, die daraufhin zu Partnern in Crime werden, ist dabei wieder einzigartig genial und strotzt nur so von spannenden Momenten, witzigen Sprüchen und überraschenden Storytwists. Durch die oft unterschiedlichen Darstellungsperspektiven derselben Situationen im Zusammenspiel mit der Rahmenhandlung, gelingt der Erzählung eine angenehm komplexe Mehr-Ebenen-Verstrickung, die wie gemacht für die Gameplay Mechanik der Telltale Adventures ist.

Dabei driften die unterschiedlichen Erlebnisse an einigen Stellen deutlich ins Absurde ab, was zur Auflockerung der linearen Story beiträgt und angemessen zum Szenario des Öfteren zu Gelächtertränen in den Spieleraugen führt.

Witz

Streckenweise fühlt sich Tales from the Borderlands zudem an als wäre es von Deponia inspiriert worden. Was wahrscheinlich an den besonders gut ausgearbeiteten Charakteren liegt. Jede noch so kleine oder große Figur bekommt ihre eigene „Einführungstafel“ auf der die wichtigsten Informationen (oder einfach nur lustige Sprüche und Anspielungen) stehen, sehr liebevoll!

Im Mittelpunkt des Geschehens steht somit ähnlich den Star Wars Filmen die sozialen Dynamiken zwischen den einzelnen Posse Mitgliedern. Denn im Laufe des Space-Wasteland-Spektakels treffen wir natürlich auf eine Menge Figuren, die sich für verschiedene Zeiträume unserer Gruppe anschließen, jeweils einen eigenen Charakter mitbringen und unterschiedlich auf andere Mitstreiter reagieren, super.

Anstößiges

Dennoch wer Nichts aus dem Boarderlands Universum angerührt hat, wird erstmal eine Weile brauchen, um sich in das Szenario einzufinden. Grade an die ganzen Pseudo-Space Begriffe und deren Kontext muss man sich erst einmal gewöhnen.

Tales from the Borderlands: A Telltale Games Series – Welcome Back to Pandora (Again) Trailer

Viel schlimmer ist jedoch die technische Seite von Tales from the Borderlands. Die teilweise starken Ruckler, vor denen selbst Konsolen Besitzer nicht verschont bleiben, hat Telltale nach wie vor nicht im Griff. Gerade bei temporeicheren Actionsequenzen mit schnell auf einander folgenden Szenenwechseln kann das ganz schön frustrieren und das Spiel zur Diashow verkommen lassen. Wer hier den Quicktime Event nicht richtig trifft, ist sogar doppelt angeschmiert.

Allgemein hat die Engine ihre besten Tagelängst hinter sich. Zwar schaffen es die Entwickler nochmal ordentlich was aus dem Grafikgerüst heraus zu kitzeln und viele sehr stimmungsvolle sowie schöne Szenerien auf den Bildschirm zu zaubern. Bei näherer Betrachtung fallen einem jedoch an vielen Stellen verwaschene oder unscharfe Texturen auf. Next Gen sollte anders aussehen.

Fazit
Tales from the Borderlands ist mit Abstand das lockerste und witzigste Telltale Adventure der letzten Jahre, aber auch das gradlinigste. Cool ist vor allem das sich die Entwickler diesmal nicht so streng an die gewohnten 2 Stunden Episodenlänge halten, wie in ihren anderen Spielen. So wird man grade in den längeren Folgen noch stärker in die spannende Space Glücksritter Geschichte rund um die beiden sympathischen Schurken Rhys und Fiona hinein gesaugt. Wer zudem schon mal eines der ernsteren Telltale Adventures gespielt hat, wird mit der ein- oder anderen augenzwinkernden Anspielung konfrontiert werden. Auch gibt es in der Reihe an sich viele Querverweise auf Videospiele, TV Serien und Filme. Inszenatorisch wird wieder ordentlich was aufgefahren, so ist gerade das Finale ein einziges bombastisches Feuerwerk. Der größte Kritikpunkt ist wohl die Linearität. Viele der unterschiedlichen Entscheidungsverzweigungen führen über den Verlauf des Abenteuers kaum zu signifikant verschiedenen Entwicklungen, sondern werden eher Situationsabhängig  und punktuell eingesetzt. Was aber halb so wild ist, denn Tales from the Borderlands macht von Anfang an klar, dass es kein bierernstes The Walking Dead oder The Wolf Among Us sein will, sondern eine leichte, actionreiche, witzig selbstironische und sehr spannende Sci-Fi Mär im Sinne von Guardians of the Galaxy und das schafft es mit bravour!

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Totte

Videospiele sind einzigartige soziale und kulturelle Interaktionsmöglichkeiten. Daher hab ich seit den 90ern alles gezockt was ich in die Hände bekam. Egal ob GameBoy, PlayStation, PC, Xbox One. Kreativität, Fantasie und Spielspass bevorzugen keine bestimmte Konsole und lassen sich in allen Genres finden.

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